Natürliche Verhütungsmethoden

Ziel der natürlichen Verhütungsmethoden ist es, die fruchtbaren Tage im Menstruationszyklus zu bestimmen um somit im Gegenzug die Tage bestimmen zu können, an denen keine Befruchtung möglich ist.

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Temperatur-Methode

Bei der Temperatur-Methode sollen durch tägliches Messen der Basaltemperatur die fruchtbaren und nicht fruchtbaren Tage im Zyklus bestimmt werden. Als Basaltemperatur bezeichnet man das Temperaturminimum, das der Körper in der Nacht erreicht. In der Praxis wird die Aufwachtemperatur als Basaltemperatur genutzt. Die Basaltemperaturschwankt schwankt abhängig vom Menstruationszyklus und steigt unmittelbar nach dem Eisprung um einige Zehntel Grad an. Ziel der Methode ist es, durch eine dreitägige Temperaturerhöhung rückwirkend den Eisprung festzustellen, um so auf die darauf folgenden unfruchtbaren Tage schließen zu können. Der Beginn der unfruchtbaren Phase ist durch eine dreitägige Erhöhung der Basaltemperatur erkennbar, wobei die Temperatur jeweils mindestens 0,2 Grad Celsius über der Basaltemperatur vom Vortag liegen sollte. Das Ende der unfruchtbaren Phase liegt spätestens bei Tag sechs des folgenden Zyklus. Für größtmögliche Sicherheit wird die gesamte erste Hälfte eines jeden Zyklus als unsicher betrachtet.

Eine zuverlässigere und genauere Form der Temperatur-Methode ist die Symptothermale Methode. Dabei spielt neben der Basaltemperatur noch die Beschaffenheit des Zervixschleims eine entscheidende Rolle. Während dieser während der fruchtbaren Tage nämlich dünnflüssig, klar und fadenziehend ist, erscheint er während der unfruchtbaren Phase eher als zähflüssiger, klebriger Schleim.

Coitus interruptus

Der Coitus interruptus ist die einzige natürliche Verhütungsmethode, die sich nicht am Menstruationszyklus orientiert. Inhalt dieser Verhütungsmethode ist es letztlich nur, dass die Ejakulation außerhalb der Scheide geschieht. Der Coitus interruptus gilt jedoch als sehr unzuverlässiges Verhütungsmittel. Allerdings verfügt nicht jeder Mann über die notwendige Körperbeherrschung und Selbstwahrnehmung. Außerdem können mit dem Lusttropfen dennoch Spermien in den weiblichen Körper gelangen, wenn der letzte Samenerguss nicht lange zurück liegt. Deshalb erreicht der CI auch nur einen Wert von 4 bis 18 im Pearl-Index. Das heißt, dass von 100 Frauen, die diese Methode ein Jahr lang zur Verhütung nutzten 4 bis 18 schwanger geworden sind.

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Mechanische Methoden der Empfängnisverhütung

Sämtliche mechanische Verhütungsmethoden haben zum Ziel, den Kontakt der männlichen Samenzellen mit der weiblichen Eizelle zu verhindern. Die bekannteste dieser Methoden ist eindeutig das Kondom.

Kondome

Das Kondom existiert bereits seit langem, allerdings bestanden diese bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts noch aus Schafsdärmen oder tierischen Membranen. Allerdings waren diese nicht so zuverlässig wie heutige Kondome, weder was die Zuverlässigkeit betrifft, noch was den Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten betrifft. Ab 1855 jedoch begann man damit, Kondome aus Gummi zu fertigen und ab 1930 ging man zu Latex über. Kondome unterliegen einigen Tests, bevor sie in den Verkauf geraten dürfen. So wird das Kondom mittels Eintauchen in eine Elektrolytlösung auf die Dichte geprüft. Leuchtet am Prüfstand eine Lampe auf heißt das, dass Strom durch das Kondom fließt und es nicht dicht ist. Darüber hinaus muss ein Kondom eine Dehnung auf das Siebenfache seiner Normalgröße unbeschadet überstehen, um seine Zuverlässigkeit zu beweisen.

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Mittlerweile gibt es Kondome in verschiedensten Ausführungen. Es gibt Kondome mit Geschmack, mit Noppen oder extra dicke, welche auch bei Analverkehr besten Schutz  bieten sollen. Für zusätzlichen Schutz gibt es auch Kondome, die mit Spermizid behandelt wurden. So werden die Spermien nicht nur abgefangen sondern auch abgetötet. Auch mit Benzocain, einem leichtem Betäubungsmittel, behandelte Kondome gibt es, diese sollen für länger andauernden Sex sorgen, indem sie die Nervenzellen der Eichel vorübergehend betäuben. Festzuhalten ist, dass Kondome mit einem Pearl-Wert von 2 bis 14 nicht das sicherste Verhütungsmittel sind. Bei richtiger Anwendung bieten sie dennoch ein hohes Maß an Sicherheit und sind eines der wenigen Verhütungsmittel, die auch vor sexuell übertragbaren Krankheiten schützen.

Femidom

Das Femidom gibt es erst seit 1990, seit jeher wird es auch immer wieder als Kondom für die Frau bezeichnet. Ein Femidom ist eine etwa 17 Zentimeter lange Kunststoffhülle, die sich der Innenwand der Scheide anhaftet und wie eine zweite Haut anpasst. Das Femidom hat an jedem Ende einen weichen Ring. Der Ring auf der geschlossenen Seite soll beim Einführen helfen und Festigkeit verleihen. Der Ring am offenen Ende bleibt außerhalb der Vagina und kommt über die Schamlippen der Frau. Die grundsätzliche Funktionsweise gleicht also der eines Kondoms, nur dass es von der Frau genutzt wird. Deswegen auch der Name Kondom für die Frau. Die Zuverlässigkeit des Femidoms liegt leicht unter der des herkömmlichen Kondoms. Der Vorteil aber ist, dass ein Femidom auch vor Geschlechtskrankheiten schützt und es nicht aus Latex besteht. Paare, bei denen aufgrund einer Latexallergie die Nutzung eines Kondoms ausgeschlossen ist können also auch auf ein Kondom für Frauen zurückgreifen. Die Kosten für ein Femidom liegen bei etwa drei bis fünf Euro pro Stück.

Diaphragma

Ein Diaphragma ist eine schalenartig geformtes Latex- oder Silikonkäppchen, das vor den Muttermund gestülpt wird und so ein Eindringen von Spermien in die Gebärmutter verhindern soll. Bevor man ein Diaphragma nutzen kann ist es notwendig, dass ein Gynäkologe feststellt, welche Größe benötigt wird. Erhältlich sind Diaphragmen mit einem Durchmesser von 60 bis 90 Millimetern. Um einen ausreichenden Schutz vor einer Schwangerschaft gewährleisten zu können sollte ein Diaphragma stets in Verbindung mit einem Spermizid verwendet werden.

Nachteile des Diaphragmas sind die vergleichsweise hohen Kosten von 20 bis 50 Euro pro Stück, die gewöhnungsbedürftige, gerade für Anfänger nicht ganz leichte Handhabung und der Fakt, dass ein Diaphragma keinen Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten bietet.

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Chirurgische Methoden zur Empfängnis- Verhütung

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Eine Sterilisation kann grundsätzlich sowohl beim Mann, als auch bei der Frau durchgeführt werden. Bei einer Sterilisation des Mannes spricht man üblicherweise von einer Vasektomie. Die Operation kann unter Vollnarkose oder lokaler Betäubung durchgeführt werden und dauert üblicherweise etwa eine Stunde. Dabei werden durch einen kleinen Schnitt am Hodensack die Samenleiter freigelegt, durchtrennt und anschließend verödet. Dadurch gelangen keine Samenzellen mehr in das Ejakulat und eine Befruchtung der weiblichen Eizelle kann nicht stattfinden. Die Hormonproduktion in den Hoden und somit auch die Errektionsfähigkeit und das Lustempfinden des Mannes werden durch den Eingriff nicht beeinflusst, ebenso wie das Sperma weitestgehend unverändert bleibt. Um den Erfolg der Operation zu gewährleisten müssen nach der Operation noch einige Ejakulatproben abgegeben werden, die dann auf Samenzellen überprüft werden. In etwa Null bis zwei Prozent aller Fälle geht die Operation schief und die Zeugungsfähigkeit des Mannes bleibt erhalten oder kehrt nach einiger Zeit zurück. Eine Vasektomie kann auch wieder rückgängig gemacht werden. Allerdings ist der Erfolg einer solchen Rückoperation nicht in jedem Fall gewährleistet, weshalb man sich eine Vasektomie gut überlegen sollte. Die Kosten für eine Vasektomie betragen zwischen 300 und 400 Euro und werden nicht von der Krankenkasse übernommen.

Die Sterilisation der Frau erfolgt unter Vollnarkose. Über eine Bauchspiegelung verschafft sich der Arzt Zugang zu den Eileitern, um diese dann zu veröden oder abzuklemmen. So gelangt die Eizelle einerseits nicht mehr in die Gebärmutter und die Samenzellen nicht mehr zur Eizelle. Stattdessen gelangt das Ei in die Bauchhöhle, wo es vom Körper problemlos abgebaut werden kann. Die Kosten für eine solche Operation belaufen sich auf 1.000 bis 1.500 Euro. Die Krankenkasse übernimmt die Kosten nur dann, wenn es medizinisch notwendig ist. Soll die Sterilisation lediglich der Familienplanung dienen muss man die Kosten selbst tragen.

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Behandlung von Potenzproblemen

Da die Ursachen für Potenzprobleme sehr vielfältig sein können, sind auch die Behandlungsmethoden dementsprechend zahlreich und unterschiedlich. Einer der häufigsten Gründe ist aber der individuelle Lebensstil. Deshalb wird in der Leitlinie der europäischen urologischen Gesellschaft zur Diagnostik und Behandlung von männlichen Sexualstörungen auch ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Behandlung der Ursachen und die Änderung schädlicher Lebensgewohnheiten an erster Stelle stehen sollten.

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Bewegung

Studien haben gezeigt, dass man das Risiko an einer Erektilen Dysfunktion zu leiden halbieren kann, indem man täglich mindestens 200 kcal durch sportliche Aktivitäten verbraucht. Regelmäßiger Sport wirkt also Potenzproblemen entgegen, kann aber auch helfen, diese zu therapieren. Eine in Wien durchgeführte Studie hat gezeigt, dass regelmäßiger Sport dabei hilft, Potenzprobleme zu behandeln. Optimal sei demnach ein wöchentlicher Kalorienverbrauch von 3000 bis 4000 kcal pro Woche. Mehr Sport schadet auch nicht, aber ein stärkerer Kalorienverbrauch scheint keine Auswirkungen mehr auf die Errektionsfähigkeit zu haben.

Ernährung

Mit der Art, wie wir uns ernähren bestimmen wir auch, wie viele Kalorien wir zu uns nehmen, wie viele Fette unsere Blutgefäße durchlaufen und letztlich hat man so auch Einfluss auf den Blutdruck. Mit einer dauerhaften, ungesunden Ernährung wird das Risiko, an Herz-Kreislauf-Störungen zu erkranken erhöht und auch das Risiko Potenzprobleme zu bekommen steigert sich durch eine ungesunde, fettige Ernährung. Studien konnten belegen, dass besonders die mediterrane Küche des Mittelmeerraums positiven Einfluss auf diese Faktoren ausüben konnte.

Übergewicht

Dass Übergewicht ein Risikofaktor für Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems und somit auch für Potenzprobleme darstellt ist bereits länger bekannt. Einer Studie zufolge haben Männer mit einem Bauchumfang von mehr als 102 Zentimeter ein um 50 Prozent höheres Risiko, an einer erektilen Dysfunktion zu erkranken. Eine weitere Studie zeigt aber auch, dass ein gesunder, aktiver Lebenswandel und ein damit verbundener Gewichtsrückgang sich äußerst positiv auf die Potenz ausüben können. Im Rahmen dieser Studie gab man einer Testgruppe Tipps zur Ernährung und zu sportlichen Aktivitäten. Angestrebt wurde eine Gewichtsabnahme von fünf Prozent. Das Ergebnis: Ein Drittel der Testpersonen, die zuvor an einer erektilen Dysfunktion gelitten hatten, hatte nach zwei Jahren keine Probleme mehr.

Rauchen

Raucher leiden sehr viel häufiger unter einer erektilen Dysfunktion. Der Grund ist, dass es durch das Rauchen zu einer Verkalkung der Arterien, der sogenannten Arteriosklerose kommt. Die Arterien in den Blutgefäßen der im Penis befindlichen Schwellkörper sind besonders klein, weshalb diese besonders anfällig für eine Verkalkung sind. Die verminderte Blutzufuhr kann außerdem noch weiteren Schaden an den Schwellkörpern anrichten und zu einem venösen Leck führen. Angestautes Blut kann dann nicht mehr gehalten werden und fließt zu schnell wieder ab. Hat man mit dem Rauchen aufgehört dauert es nur wenige Tage, bis sich die Durchblutung im Penis wieder verbessert. Ganz verschwinden die Probleme jedoch nur selten. Die größten Chancen auf eine möglichst vollständige Heilung hat man, wenn man möglichst frühzeitig mit dem Rauchen aufhört.

Medikamente

Auf dem Markt gibt es mittlerweile einige Medikamente, die bei Potenzproblemen helfen. Bei den verbreitetsten und gängigsten Medikamenten handelt es sich um die verschreibungspflichtigen PDE5-Hemmer Sildenafil, Vardenafil und Tadalafil. Das wohl bekannteste davon ist Sildenafil, welches weltweit unter dem Namen Viagra vertrieben wird. Die Tabletten zielen darauf ab, das Enzym Phosphodiesterase Typ 5 (PDE5) zu hemmen, welches sonst den körpereigenen Botenstoff cycloGMP abbaut. Das cycloGMP ist für das Erschlaffen der Muskeln verantwortlich und steuert somit die Erektion. Wird das Enzym PDE5 nun nicht gehemmt baut es dieses cycloGMP ab und die Erektion kommt zum Erliegen. Durch die Einnahme eines entsprechenden Medikaments bekommt man also keine Erektion, die Mittel helfen aber dabei diese zu stärken und länger aufrecht zu erhalten.

Zu den häufigsten Nebenwirkungen solcher Medikamente zählen Kopfschmerzen, Gesichtsrötungen und Verdauungsstörungen. Erfahrungen zeigen aber auch, dass die Nebenwirkungen nach mehrmaliger Einnahme nachlassen. Anzumerken ist noch, dass die Krankenkassen zu einer Übernahme der Kosten für die Medikamente nicht verpflichtet sind.

Vakuum-Erektionshilfen

Vakuumpumpen gehören zu den ältesten und nebenwirkungsärmsten Therapiemethoden. Das Funktionsprinzip ist einfach. Die Pumpe wird über den Penis gestülpt und dann wird mittels einer automatischen oder handbetriebenen Pumpe ein Unterdruck erzeugt. Dadurch strömt vermehrt Blut in die Schwellkörper und es kommt zu einer Erektion. Hat diese eine ausreichende Festigkeit erreicht wird die Pumpe entfernt und ein Penisring wird um den Penis gestülpt, damit das Blut auch möglichst lange in den Schwellkörpern bleibt. Im Normalfall bleibt die Erektion dann ausreichend lange bestehen. Nach 30 Minuten jedoch sollte man den Penisring entfernen, um wieder eine normale Durchblutung herzustellen. Die Kosten für eine Vakuum-Erektionshilfe übernimmt die Krankenkasse, wenn die Pumpe durch einen Arzt verschrieben wurde. Zwar gibt es solche Pumpen auch in den meisten Erotikshops, doch dies sind in der Regel billigere Artikel mit geringeren Qualitätsansprüchen. Zudem werden solche Pumpen nicht von der Krankenkasse gezahlt. Diese zahlt nur, wenn es sich um eine Pumpe handelt, die im Hilfsmittelverzeichnis der gesetzlichen Krankenkassen aufgeführt ist.

Behandlung psychischer Ursachen

Psychische Probleme können sowohl die Folge, als auch die Ursache von Potenzproblemen sein und sind in der Lage, ganze Partnerschaften zu zerstören. Allerdings ist es nicht gleich bei jeder psychischen Störung notwendig, einen Therapeuten aufzusuchen. In vielen Fällen kann bereits mit Selbsthilfe eine Verbesserung erzielt werden. Häufig ist es nicht leicht überhaupt zu erkennen, dass man psychische Probleme hat. Ein erster Schritt sollte es deshalb sein, mit einer Vertrauten Person und unbedingt auch dem Partner darüber zu sprechen. So können mitunter Ursachen und Probleme aufgedeckt werden, die sonst übersehen worden wären. Dabei sollten neben der Beziehung und dem Sex auch Alltagsthemen Erwähnung finden. Häufig sind es Probleme abseits der Beziehung, die den Mann stark belasten. So ein klärendes Gespräch sollte vorsichtig und sachlich angegangen werden, da es sonst schnell mit Anfeindungen und Schuldzuweisungen enden kann.

Sollte so ein Gespräch keinen Erfolg bringen hilft womöglich der Besuch eines Sexualberaters. Häufig werden dort, unter der Anleitung eines kompetenten Beraters verdeckte Ängste und Sehnsüchte entdeckt und ausgesprochen. Möglicherweise kann man sich auch neue Ideen für sein eigenes Sexualleben holen und mit Abwechslung frischen Schwung in die Beziehung bringen. Sollte auch dies keine wirkliche Verbesserung bringen hilft möglicherweise eine Sexualtherapie, in der man sich, den Partner und den gemeinsamen Sex neu entdecken kann.

Beckenbodengymnastik

Die Beckenbodenmuskulatur spielt bei der Erektion eine wichtige Rolle. Sie verhindert nicht nur ein übermäßiges Abfließen von Blut aus den Schwellkörpern, sondern sorgt auch für einen höheren Druck in den Schwellkörpern. Eine trainierte Beckenbodenmuskulatur sorgt also für stärkere und länger anhaltende Erektionen.

In einigen verschiedenen Studien wurde bereits bewiesen, dass man mit einem kontinuierlichen Training der Beckenbodenmuskulatur eine erektile Dysfunktion behandeln kann. Auch bei Patienten mit einem venösen Leck zeigte das Training Erfolg. Zwar konnten in den Studien nicht bei allen Studienteilnehmern Verbesserungen verzeichnet werden, doch bevor man sich einer Operation unterzieht sollte man ein Training der Beckenbodenmuskulatur zumindest einmal versucht haben.

Das schwierige beim Trainieren der Beckenbodenmuskulatur ist, dass man erst einmal ein Gefühl für die Muskeln erlernen muss. Ein gezieltes Anspannen der Muskeln ist vielen erst mit ein wenig Übung möglich. Der optimale Weg ist es daher, sich unter Anleitung eines Physiotherapeuten die für eine Beckenbodengymnastik notwendigen Kenntnisse anzueignen. Wem das nicht möglich ist, dem sei empfohlen sich zumindest ein Video dazu anzuschauen. Solche Videos kann man sich als DVD oder Video bestellen, alternativ gibt es aber auch einige solcher Anleitungsvideos bei Youtube. Auch manche Ärzte können Tipps und Anschauungsmaterial zur Beckenbodengymnastik geben.

Ein Training der Beckenbodenmuskulatur ist bei einem venösem Leck oder sonstigen Durchblutungsstörungen zu empfehlen. Sind die Ursachen für die Potenzprobleme aber psychischer Natur oder ist eine Schädigung des Nervensystems schuld bringt auch eine Beckenbodengymnastik nichts.

Penis-Implantate

Der operative Eingriff verbunden mit dem Einsetzen eines Implantats ist der letzte mögliche Schritt, wenn alle anderen Möglichkeiten nicht gewirkt haben. Bei der Operation wird ein Kunststoffzylinder in den Penis eingesetzt, mit dessen Hilfe bei Bedarf eine Erektion erzeugt werden kann. Eine solche Operation sollte man sich gut überlegen, da bei dem Eingriff die Schwellkörper irreparabel beschädigt werden. Statistiken zufolge entscheiden sich lediglich fünf bis zehn Prozent der betroffenen Männer für einen solchen Eingriff. Von diesem wiederum sind 90 Prozent der Patienten zufrieden. Das heißt aber im Umkehrschluss auch, dass zehn Prozent der Operierten mit dem Ergebnis unzufrieden sind. Man sollte also wirklich genau abwägen, ob man sich zu diesem Schritt entschließt. Hinzu kommt noch, dass man ein gewisses Restrisiko bei Operationen nie völlig ausschließen kann und es auch zu Komplikationen kommen kann. Der Einsatz eines Schwellkörper-Implantats wird in der Regel von der Krankenkasse bezahlt. Allerdings nur, wenn der Eingriff wirklich medizinisch notwendig war, andere Maßnahmen also keinen Erfolg gebracht haben. Da es sich bei dem Eingriff um eine sehr kostspielige Operation handelt überprüfen die Krankenkassen zudem sehr genau, ob der Eingriff wirklich notwendig ist und ob es nicht vielleicht noch andere Therapiemöglichkeiten gibt.

Pflanzliche Mittel

Neben den PDE5-Hemmern gibt es auch zahlreiche pflanzliche Mittel, die bei Potenzstörungen Hilfe versprechen. Doch auch bei der Einnahme solcher pflanzlicher Präparate sollte man vorsichtig sein und nicht auf gut Glück verschiedenste Mittel probieren. Denn schließlich können auch pflanzliche Mittel Nebenwirkungen haben, die von eher harmlosem Durchfall bis hin zu schweren Leberschäden reichen können. Vorsicht ist auch geboten, wenn zusätzlich noch andere Medikamente eingenommen werden. Bei einigen Kombinationen von pflanzlichen Mitteln mit Medikamenten können gefährliche Wechselwirkungen auftreten. So sind beispielsweise einige Fälle bekannt, in denen die gleichzeitige Einnahme von Gingko und Gerinnungshemmern zu schweren Blutungen führte. Wer also auf andere Medikamente angewiesen ist sollte vor der Einnahme pflanzlicher Mittel mit seinem Arzt das Vorhaben besprechen und eventuelle Wechselwirkungen ausschließen. Außerdem sollten die Präparate von einem vertrauenswürdigen, seriösen Hersteller kommen. Andernfalls ist nicht auszuschließen, dass die Pflanzen die zur Herstellung genutzt wurden vielleicht von Schädlingen befallen waren oder mit Pflanzenschutzmitteln belastet waren.

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Hormonelle Verhütungsmethoden

Die hormonellen Verhütungsmittel zählen zu den sichersten und zuverlässigsten überhaupt. Ihre Wirkung beruht je nach Wirkstoff auf zwei verschiedenen Mechanismen. Einige der Hormonpräparate wirken ovulationshemmend, das heißt, dass ein Eisprung unterdrückt wird und so eine Befruchtung unmöglich wird. Beim zweiten Mechanismus wird eine Veränderung des Zervikalschleims bewirkt, sodass es den Spermien erschwert wird, die Eizelle zu erreichen, der Eisprung jedoch findet weiterhin statt.hormonal-methods

Antibabypille

Neben dem Kondom die verbreitetste Verhütungsmethode ist die Antibabypille oder kurz einfach nur die Pille. Je nach Variante enthält die Pille eine Kombination mehrerer Hormone oder nur ein einziges. Bei der klassischen Pille handelt es sich um die erste Variante. Eine Mischung aus Östrogen und Gestagen sorgt dafür, dass der Eisprung ausbleibt und Spermien nicht bis in die Gebärmutter vordringen können. Bei beiden Stoffen handelt es sich um Hormone, die auch vom Körper selbst produziert werden und den Menstruationszyklus regeln.

Neben diesen Kombinationspräparaten gibt es noch Einzelstoffpräparate. Diese sind östrogenfrei und sorgen durch eine Verdickung des Schleims dafür, dass der Gebärmuttermund verschlossen wird. Dadurch können die Spermien nicht bis zur Eizelle vordringen und diese befruchten können. Mittlerweile gibt es auch einige Einzelstoffpräparate, die zusätzlich noch den Eisprung verhindern und die Zuverlässigkeit der Pille so erhöhen. Die Kosten für die Pille liegen etwa zwischen fünf und 17 Euro monatlich. Üblicherweise müssen Frauen, die die Pille anwenden möchten die Kosten dafür auch selbst tragen. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen lediglich bis zum 20. Lebensjahr die Kosten für verschreibungspflichtige Verhütungsmittel. Je nach Art der genutzten Pille variiert die Zuverlässigkeit leicht. Von 100 Frauen, die die Pille ein Jahr lang anwendeten wurden statistisch etwa 0,1 bis 3 Frauen auch ungewollt schwanger.

Verhütungsstäbchen

Beim Verhütungsstäbchen, welches auch Implanon oder Etonogestrel-Implantat genannt wird handelt es sich um ein recht neues Verhütungsmittel. Erst Mitte des Jahres 2000 wurde es in Deutschland zugelassen und auf den Markt gebracht. Es gilt als eines der sichersten Verhütungsmittel überhaupt. Auf dem Pearl-Index erreicht das Implanon einen Wert von unter 0,1. Statistisch gesehen wird von 1000 Frauen, die ein Jahr lang so verhüten also nur eine schwanger. Auf den ersten Blick ist ein Implanon nichts weiter als ein dünnes Plastikstäbchen. Doch ein Verhütungsstäbchen enthält Gestagene, welche den Eisprung hemmen und den Zervikalschleim verändern. Der Wirkmechanismus unterscheidet sich also nicht von dem der Pille. Doch das Implanon wird von einem Arzt unter die Haut des Oberarms implantiert. Der besondere Vorteil des Implanons ist, dass es besonders lange wirkt. Einmal unter die Haut eingesetzt wirkt es bis zu drei Jahre lang. Entscheidet man sich vor Ablauf der drei Jahre dazu, doch ein Kind bekommen zu wollen wird das Stäbchen einfach wieder entfernt und der Menstruationszyklus kann seinen gewohnten Lauf nehmen. Die Kosten für ein Implanon belaufen sich auf etwa 300 bis 350 Euro. Gesetzlich krankenversicherte Frauen erhalten die Kosten bis zum 20. Lebensjahr von ihrer Krankenkasse erstattet. Sozialhilfeberechtigte Frauen erhalten die Kosten von ihrem zuständigen Sozialhilfeträger erstattet.